Ratgeber

Minibagger transportieren: Anhänger, Gewicht und Führerschein

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Die Frage kommt bei fast jedem Kaufgespräch: Bekomme ich die Maschine überhaupt zu meiner Baustelle? Entscheidend sind drei Zahlen – das Betriebsgewicht der Maschine, das Leergewicht des Anhängers und die zulässige Gesamtmasse Ihrer Zugkombination. Dieser Artikel rechnet das für jedes unserer Modelle durch.

Die drei Zahlen, auf die es ankommt

Ob Sie einen Minibagger selbst transportieren dürfen, entscheidet sich nicht am Bagger allein, sondern an der gesamten Kombination aus Zugfahrzeug, Anhänger und Ladung. Drei Werte müssen zusammenpassen:

  • Das Betriebsgewicht der Maschine – bei uns zwischen 747 kg (R06) und 3.200 kg (R32 PRO). Anbaugeräte wie ein zweiter Löffel kommen obendrauf.
  • Die Nutzlast des Anhängers – also zulässige Gesamtmasse minus Leergewicht. Ein Baumaschinenanhänger mit 2.700 kg zGM und 700 kg Leergewicht trägt 2.000 kg.
  • Die zulässige Gesamtmasse der Kombination – begrenzt durch Ihren Führerschein und durch die Anhängelast, die der Fahrzeughersteller für Ihr Zugfahrzeug freigibt.

Die Anhängelast Ihres Zugfahrzeugs steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter O.1 (gebremst) und O.2 (ungebremst). Sie ist oft der eigentliche Engpass – nicht der Führerschein.

Welcher Führerschein reicht wofür?

Für den Transport auf öffentlichen Straßen zählt allein die Fahrerlaubnisklasse. Maßgeblich ist § 6 der Fahrerlaubnis-Verordnung:

KlasseAnhängerKombination gesamt
Bbis 750 kg zGM – oder schwerer, solange die Kombination 3.500 kg nicht überschreitetmax. 3.500 kg
B96wie B, aber höhere Kombinationsmassemax. 4.250 kg
BEbis 3.500 kg zGMmax. 7.000 kg

Rechenbeispiel: R10 ECO mit dem Pkw

Der R10 ECO wiegt 978 kg (Variante mit Yoop-Motor) beziehungsweise 1.000 kg mit Kubota-Motor. Nehmen wir einen typischen Tieflader-Anhänger mit 700 kg Leergewicht und ein Zugfahrzeug mit 2.100 kg zulässiger Gesamtmasse.

Rechnung: 2.100 kg Zugfahrzeug + 700 kg Anhänger + 1.000 kg Maschine = 3.800 kg. Damit ist die Grenze der Klasse B von 3.500 kg überschritten – mit B96 (4.250 kg) wäre die Fahrt zulässig, mit BE ohnehin.

Mit einem leichteren Zugfahrzeug sieht es anders aus: 1.700 kg + 700 kg + 1.000 kg = 3.400 kg und damit innerhalb der Klasse B. Es lohnt sich also, konkret nachzurechnen statt zu schätzen.

Das Beispiel arbeitet mit angenommenen Fahrzeugwerten. Für Ihre Kombination gelten die Zahlen aus Ihren Fahrzeugpapieren – rechnen Sie mit diesen, bevor Sie einen Anhänger kaufen oder mieten.

Transportmaße und Gewichte aller Modelle

Neben dem Gewicht entscheidet die Breite darüber, ob die Maschine auf die Ladefläche passt und ob sie später durch Ihre Hofeinfahrt kommt. Alle Werte sind Herstellerangaben zur jeweiligen Grundausstattung:

ModellBetriebsgewichtBreiteLängeHöhe
R06747 kg747 mm1.594 mm
R10 ECO978 / 1.000 kg912 mm2.430 mm2.201 mm
R13 PRO1.300 kg1.100 mm2.550 mm2.300 mm
R15 ECO1.500 kg1.200 mm2.700 mm2.350 mm
R18 PRO1.806 kg1.092 mm2.527 mm2.349 mm
R22 PRO2.372 kg1.300 mm2.824 mm2.361 mm
R32 PRO3.200 kg1.500 mm3.200 mm2.500 mm

Ab wann lohnt sich der eigene Transport nicht mehr

Ab dem R18 PRO mit 1.806 kg wird es mit einem Pkw-Gespann eng: Sie brauchen einen Anhänger mit mindestens 2.500 kg zulässiger Gesamtmasse, in aller Regel die Klasse BE und ein entsprechend zugkräftiges Fahrzeug. Beim R22 PRO und R32 PRO ist der Transport per Pkw-Anhänger praktisch ausgeschlossen.

In diesen Fällen übernehmen wir die Anlieferung mit eigenem Transporter und Anhänger – auch überregional. Für viele Kunden ist das ohnehin die einfachere Lösung, selbst bei den kleineren Modellen.

Ladungssicherung: was wirklich vorgeschrieben ist

Die Maschine muss so gesichert sein, dass sie bei Vollbremsung, Ausweichmanöver und auf schlechter Fahrbahn nicht verrutschen kann – das verlangt § 22 StVO. Als anerkannte Regel der Technik gilt die VDI 2700.

  • Vier Zurrpunkte verwenden, über Kreuz gezurrt – nicht nur zwei.
  • Zurrgurte mit ausreichender Zurrkraft (LC-Wert auf dem Etikett), passend zum Maschinengewicht.
  • Ausleger ablegen und den Löffel auf die Ladefläche aufsetzen, damit der Schwerpunkt sinkt.
  • Fahrhebel in Neutralstellung, Zündschlüssel abziehen, Kraftstoffhahn schließen.
  • Auffahrrampen sichern und die Stützlast des Anhängers beachten – meist 50 bis 100 kg.

Verstöße gegen die Ladungssicherung treffen nicht nur den Fahrer: Bei gewerblicher Nutzung haftet auch der Halter und der Verlader.

Und der Führerschein für die Maschine selbst?

Auf dem eigenen, privaten Grundstück brauchen Sie zum Führen eines Minibaggers in der Regel keine Fahrerlaubnis. Sobald Sie öffentliche Wege befahren, gelten die üblichen straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften.

Wichtig für Betriebe: Bei gewerblicher Nutzung verlangt die DGUV Vorschrift 1 in Verbindung mit der Betriebssicherheitsverordnung eine dokumentierte Unterweisung der Bedienperson und eine schriftliche Beauftragung. Einen gesetzlich vorgeschriebenen „Baggerführerschein“ gibt es nicht – die Unterweisungspflicht besteht aber sehr wohl.

Bei der Übergabe weisen wir Sie ausführlich in die Maschine ein. Das ersetzt keine betriebliche Unterweisung, deckt aber alles ab, was Sie zur sicheren Bedienung wissen müssen.

Dieser Artikel gibt den Stand von September 2026 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Im Zweifel gelten die Angaben in Ihren Fahrzeugpapieren und die Auskunft Ihrer Zulassungsbehörde.

Passende Maschinen

Die in diesem Artikel genannten Modelle im Überblick.

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